Chronik der Stiftung Kultur

Vom „City-Treff“ zur Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn (1976–2025)

Das Bild aus dem Jahr 1976 zeigt den Eingangsbereich der Stiftung und ein Schild mit Aufschrift "City-Treff". Die Fassade ist modern mit großen Glasscheiben, die einen Blick ins Innere ermöglichen. Der Eingangsbereich ist einladend und befindet sich in einem urbanen Umfeld.
Eingangsbereich der Stiftung City Treff

Die 1970er Jahre

Gründung und erste Impulse für kulturelle Bildung

Die Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn wird 1976 anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der damaligen Stadtsparkasse Köln gegründet. Damals noch unter dem Namen Stiftung City-Treff Informations- und Bildungszentrum. Ihr Ziel ist es schon damals, Menschen zusammenzubringen und kulturelle Bildung für alle zugänglich zu machen. Im „City-Treff“ in der Sparkassenfiliale am Rudolfplatz entsteht in der Gründungszeit ein lebendiger Ort des Austauschs mit Kulturcafé, Vorträgen, Lesungen, Workshops zu Photographie, Malerei und dem damals noch jungen Medium Video. Das Konzept setzt früh auf niederschwellige Angebote und inspiriert die Bürgerinnen und Bürger Kölns erfolgreich zum Mitgestalten. Damals wie heute bleibt ihr Handeln geprägt von der Grundidee, ein Geschenk für die Kölner Bürgerinnen und Bürger zu sein

Die 1980er Jahre

Beginn fachlicher Spezialisierungen

1983 entsteht der erste eigenständige Fachbereich: Die Akademie för uns kölsche Sproch wird gegründet. Sie entwickelt sich in den Folgejahren zu einer festen Institution mit Seminaren, Veranstaltungen, Publikationen und einer öffentlich zugänglichen Bibliothek. Diese europaweit einmalige Einrichtung widmet sich bis heute dem Erhalt und der Förderung der kölschen Sprache.

1985 wird die private Tanzsammlung des Tänzers Kurt Peters übernommen. Daraus entsteht das Deutsche Tanzarchiv Köln, das seit 1986 gemeinsam mit der Stadt Köln als Informations-, Dokumentations- und Forschungszentrum betrieben wird. Es umfasst ein umfangreiches Archiv, eine wissenschaftliche Bibliothek und ein angeschlossenes Tanzmuseum mit jährlich wechselnden Ausstellungen.

Die 1990er Jahre

Institutionalisierung und räumliche Konsolidierung

1992 wird der Grundstein für die Die Photographische Sammlung gelegt. Der künstlerische Nachlass von August Sander wird erworben und damit eine neue Fachabteilung geschaffen. Der Fokus liegt von Beginn an auf sachlich-dokumentarischer Photographie als künstlerischem Ausdrucksmittel. Die Sammlung wird um bedeutende Werke, etwa von Bernd und Hilla Becher oder Karl Blossfeldt, erweitert und wächst schnell.

1996 zieht die Stiftung in den neu geschaffenen Kölner MediaPark und vereint dort ihre Abteilungen unter einem Dach. Der neue Name SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn zeigt auch nach außen ein neues Selbstverständnis. Neben den genannten Einrichtungen wird das Feld der Literatur- und Leseförderung weiterentwickelt, ebenso wie das Referat für Videotanz, aus dem später die Medienkunstvermittlung hervorgeht. Erste kulturpolitische Netzwerke entstehen.

Ein weiterer Meilenstein ist die erstmalige Vergabe des Kölner Theaterpreises im Jahr 1990, aus dem sich später ein differenziertes Preisportfolio für die freie Szene entwickelt. Ab 1992 richtet die Stiftung gemeinsam mit der Stadt Köln das Format Sommer Köln aus.
 

Die 2000er Jahre

Konsolidierung und behutsamer Ausbau

In den 2000er Jahren festigt und vertieft die Stiftung ihre fachliche Arbeit. Im Deutschen Tanzarchiv Köln werden Partnerschaften mit Hochschulen etabliert, u. a. als An-Institut der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Die Akademie för uns kölsche Sproch baut ihr Kursangebot aus, digitalisiert Materialien und verstärkt den publizistischen Bereich.

Die Photographische Sammlung verfolgt die Strategie, größere Werkgruppen systematisch zu erschließen. Dauerleihgaben und Schenkungen ergänzen den Bestand und das wissenschaftliche Profil wird gestärkt.

Die Schreibschule für Jugendliche wird 2003 gegründet. Einige Ehemalige sind heute in den Bereichen Journalismus, Film und Verlagswesen tätig.  

Die 2020er Jahre

Gesellschaftliche Relevanz und neue Zielgruppen

Die Stiftung Kultur reagiert mit innovativen Formaten auf gesellschaftliche und bildungspolitische Herausforderungen. 2024 startet mit Lesen mit Karla ein hybrides Leseförderprojekt für Grundschulkinder, das kreative Methoden mit einer KI-basierten Leselern-App kombiniert. Die Akademie för uns kölsche Sproch verzeichnet hohe Teilnahmezahlen an Examen und Kursen – zunehmend auch von jungen Menschen mit internationalem Hintergrund und baut seine digitalen Angebote aus.

Das Deutsche Tanzarchiv Köln erfährt eine großzügige und langfristige Förderung durch das Land NRW.

Die Photographische Sammlung weitet ihre Ausstellungen aus. 2018 wird der August-Sander-Preis zum ersten Mal verliehen, der junge Positionen auf dem Gebiet der sachlich-dokumentarischen Photographie auszeichnet.

Im Bereich Medienkunst wird mit dem Short Monday ein monatliches Kurzfilmformat ins Leben gerufen. Die Stiftung engagiert sich weiterhin für die freie Tanz- und Theaterszene – zuletzt mit acht unterschiedlichen Kategorien im Rahmen der Kölner Tanz- und Theaterpreise.

2026 erfolgte die Namensänderung der ehemaligen SK Stiftung Kultur in Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn.

Bis heute

Seit ihrer Gründung 1976 hat sich die Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn von einem stadtgesellschaftlich orientierten Bildungsprojekt zu einer kulturellen Institution mit überregionaler Strahlkraft entwickelt. Mit hoher inhaltlicher Beständigkeit hat sie ihre Arbeitsfelder kontinuierlich erweitert und in die Zukunft geführt.